IZZ sagt: Beschränkungen bei Zuckerimporten aus der Ukraine gefährden Europas Versorgungssicherheit
Aus Sicht des InfoZentrums Zuckerverwender (IZZ) muss die Handelspolitik der EU künftig die gesamte Wertschöpfungskette in den Blick nehmen, anstatt einzelne Rohstoffimporte aus Freihandelsabkommen auszuklammern. Dies gilt umso mehr, wenn es sich bei dem Partner um einen EU-Beitrittskandidaten handelt.
Die Europäische Union (EU) war in den zurückliegenden Jahren dringend auf Einfuhren von Zucker angewiesen. Um den heimischen Bedarf zu decken, wurden in den letzten fünf Jahren zwischen 1,3 und 2,4 Mio. t Zucker pro Jahr importiert. Auf Basis der von der EU 2022 beschlossenen Handelserleichterungen für die Ukraine, erreichten die EU zwischen den Jahren 2022 und 2024 insgesamt nahezu 1,0 Mio. t Zucker aus dem kriegsgebeutelten Land. Nun sollen die Mengen im geplanten Assoziierungsabkommen zwischen der EU und der Ukraine auf 100.000 t pro Jahr begrenzt werden.
„Die Beschränkung der Einfuhrmöglichkeiten von Zucker aus der Ukraine im geplanten neuen Assoziierungsabkommen hilft weder der Ukraine noch den europäischen Zuckerverwendern“, so Karsten Daum, Sprecher des IZZ. „Im Gegenteil: In Zeiten einer geringen Zuckerrübenernte in der EU besteht so erneut die Gefahr von Versorgungsengpässen.“ In einer vom IZZ beauftragten wissenschaftlichen Studie „The effects of sugar imports from Ukraine on markets and stakeholders in the EU“ wurden die Auswirkungen der ukrainischen Importe auf den EU-Zuckermarkt untersucht. Zentrales Ergebnis war, dass die Ukraineimporte die EU vor einem Verfügbarkeitsengpass bei Zucker bewahrten! Im Kampagnenjahr 2022/2023 erhöhten sich die Zuckerpreise in der EU dramatisch – trotz der wachsenden Zuckerimporte aus der Ukraine.
Dagegen hatten die Zuckerimporte aus der Ukraine keine negativen Auswirkungen auf den europäischen Zuckerrübenanbau. In den Folgejahren konnte der Zuckerrübenanbau wieder deutlich ausgeweitet werden.
Langfristig gefährdet eine Einfuhrbeschränkung von Zucker aus Sicht des IZZ die Versorgungssicherheit auf dem europäischen Zuckermarkt und schwächt die Wettbewerbsfähigkeit der exportstarken deutschen Süßwarenindustrie sowie der Getränkewirtschaft, der obst-, gemüse- und kartoffelverarbeitenden Industrie und der Großbäckereien in Deutschland.
„Die geplanten Regelungen belasten die Zuckerverwender in der EU sogar doppelt“, so Daum weiter. „Während ukrainische Lebensmittel- und Getränkehersteller ihre Produkte zollfrei in die EU exportieren dürfen, bleibt der Import zentraler Rohstoffe wie Zucker aus der Ukraine beschränkt – obwohl dieser für die hiesige Produktion und den Export dringend benötigt wird.“
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