Mehr als 250 Mitglieder der Supply Chain und ein reichhaltiges Programm machten die 35. Dresdner Verpackungstagung 2025 zu einem kraftvollen Jahresabschluss für die Branche. Unter dem Motto "Wunsch, Wirklichkeit, Wege nach vorn" ging es um Rezyklat und die Zukunft von Kunststoff, das Potenzial alternativer Fasern, Innovation bei Glas und das Thema Mehrweg, den richtigen Umgang mit Green Claims sowie den Status quo und beste Wege rund um die PPWR.
Vom Hersteller von Packstoffen und Packmitteln über Markenartikler und Handel bis hin zu Maschinenbau, technischen Lieferanten, Recyclern, Wissenschaft und studierendem Nachwuchs die Dresdner Verpackungstagung machte auch in ihrer 35-jährigen Jubiläumsausgabe ihrem Ruf als Zukunftsforum und Klassentreffen der Branche alle Ehre.
Zum Einstieg in die Tagung ging es um Rollen und Pflichten für Unternehmen, die sich durch die PPWR zum Teil erheblich, aber nicht immer offensichtlich verändern, um Konformitätsarbeit und technische Dokumentation, die massive Aufwände generiert und penible Vorbereitung nötig macht, sowie das Thema Recyclingfähigkeit und Normung am Beispiel von PPK. Den Abschluss bildete die Vorstellung einer Softwarelösung, über die sich Dokumente unterschiedlicher Formate mithilfe von KI strukturieren und erschließen lassen.
Wunsch und Wirklichkeit sind nicht immer die besten Freunde. Das gilt speziell auch für das Thema Rezyklat, wo die Widersprüche zum Teil existenzielle Ausmaße annehmen. Die Verpackungstagung nahm eine Bestandsaufnahme vor und diskutierte mit Expertinnen und Experten von Recyclern, Markenartiklern und des Umweltbundesamts, was die Akteure entlang der Lieferkette rund um das mechanische und chemische Recycling heute wissen müssen, um morgen handlungsfähig zu sein und wie Brand-owner für den sicheren Einsatz von PCR sorgen.
Welche Möglichkeiten und Chancen alternative Fasern haben, stand im Zentrum des dritten Blocks. Bei den Faserquellen standen Paludi-Fasern aus Mooren im Mittelpunkt, die unter Klimagesichtspunkten besonders interessant sind. Die Anwesenden erfuhren von einer neuen Technologie, die den langlebigen und recycelbaren Einsatz der Fasern möglich macht. Maschinenseitig gab es Einblicke in eine innovative Möglichkeit zum Tiefziehen mit trockenen Fasern.
Mit Innovationen rund um die Glasherstellung und praxisnahen Einblicken in das Thema Mehrweg startete der Tagungs-Freitag. Auf dem Programm standen Einblicke in die Technologie innovativer Hybridschmelzwannen, neue Möglichkeiten, Glas unter Einsatz von Salz effizient und ökonomisch dünner, leichter und bruchsicher zu machen, sowie ein differenzierter und detailreicher Einblick in die Vorteile von Mehrweg und Einweg bei Alnatura.
Was Green Claims versprechen dürfen und wie die Umsetzung in der Praxis gelingt, stand zum Abschluss auf dem Programm. Selbst wenn die Green Claims Directive nach aktuellem Stand wohl nicht kommt, setzen das deutsche Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb (UWG) und die europäische EmpCo-Direktive klare Leitplanken für Umwelt und Nachhaltigkeitsaussagen. Die Tagung bot einen umfassenden juristischen Einblick mit konkreten Beispielen und präsentierte einen Weg, über den Green Claims konform erstellt werden können.
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