Forum Nachhaltiger Kakao zieht Bilanz und fokussiert sich auf Skalierung und Wirkung vor Ort
Rund 80 Teilnehmende aus Zivilgesellschaft, Politik, Industrie und Lebensmittelhandel kamen dazu im Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) zusammen. Unter dem Titel „Auf Kurs zum Wandel?“ diskutierten sie Strategien und Partnerschaften für existenzsichernde Einkommen im Kakaosektor.
Die Mitglieder bestätigten den Vorstand einstimmig. Zudem beschlossen sie, zwei bisherige Ziele – zur Umsetzung unternehmerischer Sorgfaltspflichten und zur Erhöhung des Anteils zertifizierten Kakaos – nicht mehr fortzuführen. Beide Ziele waren bis 2025 befristet. Die Erhöhung des Anteils des zertifizierten und durch Unternehmensprogramme abgedeckten Kakaos war ein wichtiger Erfolg in den ersten zehn Jahren der Arbeit des Forum Nachhaltiger Kakao. Seit Gründung des Vereins hat sich der Anteil mehr als verdoppelt, sodass die Mitglieder des Forums heute nahezu den gesamten Kakao in ihren Lieferketten mit Zertifikaten oder durch Unternehmensprogramme beziehen. Damit haben sie ihr ursprüngliches Ziel erreicht.
Zertifizierung ist ein zentrales Instrument, doch sie allein ist nicht ausreichend, um existenzsichernde Einkommen, den Schutz von Wäldern oder die Vermeidung von Kinderarbeit zu gewährleisten. Nachhaltigkeit im Kakaosektor erfordert eine Kombination verschiedener Maßnahmen. „Zertifizierung bleibt wichtig, aber reicht allein nicht aus“, sagte Aldo Cristiano, Vorsitzender des Forums. „Es gibt viele gute Ansätze, die nun in die Breite getragen werden müssen. Hierzu wollen wir neue Formen der Zusammenarbeit vorantreiben.“
Als ein Beispiel für wirkungsorientierte Ansätze beschlossen die Mitglieder die Weiterführung des Mitgliederprojekts Pro-Planteurs, das 2025 sein zehnjähriges Jubiläum feiert. In der nächsten Phase rückt das Projekt nachhaltige Beschaffungspraktiken in den Mittelpunkt. Seit 2015 setzen sich das Forum Nachhaltiger Kakao, das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) sowie der Conseil du Café-Cacao (CCC) in Côte d’Ivoire gemeinsam für die Professionalisierung von Kakaokooperativen und die Verbesserung der Lebensbedingungen von Kakaobäuerinnen und -bauern ein.
Ein zentrales Element der diesjährigen Versammlung war der Austausch zu den Living Income Roadmaps, die die Mitglieder im Laufe des vergangenen Jahres erarbeitet und eingereicht haben. Ziel der Roadmaps ist es, individuelle Strategien, Maßnahmen und Herausforderungen zur Förderung existenzsichernder Einkommen sichtbar zu machen, gemeinsame Lernprozesse zu fördern – und skalierbare Ansätze zu identifizieren. Die Mitglieder diskutierten Hürden, Hebel und Potenziale für eine sektorweite Umsetzung erfolgreicher Ansätze – mit Blick auf eine koordinierte, langfristige Förderung existenzsichernder Einkommen. Dabei wurde deutlich, dass eine breitenwirksame Anwendung neue Formen der Zusammenarbeit zwischen den Akteuren der Lieferkette erfordert. Auf der Produzierendenebene bestätigte sich die Wirksamkeit lokal verankerter Projekte wie Pro-Planteurs.
Um solche Initiativen auf größere Teile des Sektors auszuweiten, braucht es langfristige Finanzierung, verlässliche Partnerschaften und gestärkte Strukturen vor Ort. Die Ergebnisse aus Roadmap-Austausch, Panel und Gruppenarbeit fließen in die strategische Weiterentwicklung des Forums ein – insbesondere in die Diskussion um konkrete Maßnahmen zur Förderung verantwortungsvoller Beschaffungspraktiken.
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